HENSOLDT und IBM Deutschland unterzeichnen ein Memorandum of Understanding für den Bereich Software-Defined Defence
HENSOLDT und IBM Deutschland haben ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Zusammenarbeit im Bereich softwarebasierter Verteidigungsarchitekturen unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist, ausgewählte Softwarefunktionalitäten für die von HENSOLDT entwickelte Software-Suite MDOcore unter Berücksichtigung nationaler Souveränität zu entwickeln und damit die Umsetzung von Konzepten im Bereich Software-Defined Defence signifikant zu beschleunigen.
Mit MDOcore verfolgt HENSOLDT das Ziel, Waffensysteme und Sensoren auf dem Gefechtsfeld softwarebasiert zu vernetzen, hochsensible militärische Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenzuführen und komplexe Datenanalysen für eine Datenfusion durchzuführen, um daraus operative Wirkung zu orchestrieren. Der Fokus liegt dabei nicht mehr auf einzelnen militärischen Plattformen, sondern auf einer hoch dynamischen Verbindung von Systemen über Domänen, Datenräume und Softwarearchitekturen hinweg.
MDOcore ist eine Datenmanagementsoftware, die unstrukturierte und verteilte Sensor-Massendaten in kontextreiche, handlungsorientierte Erkenntnisse überführt. MDOcore orchestriert die Daten von der militärischen Edge am Sensor oder Waffensystem über Fog-Datenzentren auf dem Gefechtsfeld bis hin zu großen gesicherten Multi-Cloud Rechenzentren und nutzt semantische Technologien und KI-gestützte Datenanalysen, um Muster und Anomalien automatisiert in Datenbeständen zu identifizieren. Insbesondere für militärische und nachrichtendienstliche Anwendungen bietet die automatisierte Mustererkennung in heterogenen und verteilten Datenbanken einen hohen Mehrwert. MDOcore kann sowohl als Software-as-a-Service in einer VS-zertifizierten Clouds als auch On-Premises-Installationen beim Kunden betrieben werden.
Im Rahmen der angestrebten Zusammenarbeit wird IBM Deutschland ihre technologische Expertise insbesondere in den Bereichen mandantenfähige Datenplattform und -management, souveräne und vertrauenswürdige künstliche Intelligenz, Automatisierung sowie Software-Engineering einbringen. Dazu zählen unter anderem Technologien aus der IBM watsonx und Automation Plattform sowie IBM Consulting Assets aus dem militärischen Umfeld. Diese ermöglichen die holistische Verbindung der einzelnen Module, damit ein mandantenfähiger, modulübergreifender Datenfluss zur entsprechenden Konsolidierung, Auswertung und nutzergerechten Bereitstellung der Daten gewährleistet werden kann. Ziel ist es, dort, wo bereits erprobte und sicherheitsgeeignete Technologien vorhanden sind, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Risiken in der Softwareentwicklung zu reduzieren.
„Software-Defined Defence erfordert leistungsfähige Software- und Datenarchitekturen, die sich flexibel in komplexe und souveräne Verteidigungssysteme integrieren lassen“, sagt Sven Heursch, Chief Digital Officer (CDO) von HENSOLDT. „Mit Technologieexperten wie IBM Deutschland können wir auf etablierte Technologien und umfassende Softwarekompetenz unter Berücksichtigung von Souveränitätsauflagen zurückgreifen und damit die Entwicklung zentraler Bausteine von MDOcore beschleunigen. Gleichzeitig behalten wir als Systemhaus die volle Architektur-, Integrations- und Datenhoheit.“
„Für IBM ist der souveräne, vertrauenswürdige und resilient ausgestaltete Aufbau einer Software Defined Defense Plattform ein zentrales Leitprinzip. Die geplante Zusammenarbeit mit HENSOLDT erlaubt es uns, bewährte Standardsoftware und unsere militärisch erprobten IT Assets mit der außergewöhnlichen Sensorik und Systemkompetenz von HENSOLDT auf einzigartige Weise zu verbinden. Durch diese tiefe, domänenübergreifende Datenintegration entfaltet MDOcore sein volles Potenzial und wird zu einem entscheidenden Enabler für informationsbasierte Einsatzführung“, ergänzt Wolfgang Wendt, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH und General Manager IBM Deutschland, Österreich und Schweiz.
Pressekontakt
Alexander F. Ogger
Unser Unternehmen
HENSOLDT ist ein führendes europäisches Hightech-Unternehmen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie mit Sitz in Taufkirchen bei München. Das Unternehmen entwickelt Sensorlösungen, Elektronik und Software für die Bereiche Luft, Land, See, Cyber und Weltraum und unterstützt Streitkräfte weltweit dabei, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und fundierte operative Entscheidungen zu treffen.
Aufbauend auf jahrzehntelanger Erfahrung in missionskritischer Sensorik verbindet HENSOLDT Radar-, Optronik-, Elektronik- und Cyberkompetenzen mit datengetriebener Software und künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, Sensordaten aus unterschiedlichen Plattformen und Domänen zu integrieren, zu analysieren und zu einem verlässlichen Lagebild zu fusionieren.
Damit hat sich HENSOLDT vom klassischen Sensoranbieter zu einem Systemintegrator der neuen Generation – einem „Neo-Systemhaus“, das vernetzte, softwaredefinierte Verteidigungsfähigkeiten ermöglicht und Informationsüberlegenheit im Einsatz unterstützt, entwickelt.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte HENSOLDT mit rund 9.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,46 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im MDAX notiert.
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